Tante Hänsi, Jenseitspentalogie Teil I

Tante Hänsi, Jenseitspentalogie Teil I

2006
«Tante Hänsi, ein Jenseitsreigen» Ein Musiktheater anlässlich JENSEITS VOM DIESSEITS – DIESSEITS VOM JENSEITS. Der Dìa de los muertos im Spiegel Mexiko-Schweiz. Gare du Nord Basel / Mexiko City, Festival de México 

th_3

Gare du Nord Basel

th_6

Gare du Nord Basel

th_4

Gare du Nord Basel

 

Musiktheater für eine Erzählerin, zwei Sänger,
Jodlerchor & Instrumentalensemble

Ein Kompositionsauftrag von Gare du Nord/Basel

Premiere/Uraufführung
Donnerstag, 19.10.06 um 20 Uhr, Gare du Nord

Aufführungsdauer: ca. 70 Minuten, keine Pause
Aufführungsrechte/Aufführungsmaterial: Mela Meierhans

Pressestimmen (Kulturradio Berlin, radio drs2 aktuell) und Hörprobe 

 

th_5

 

Musiktheater als Klangritual

Die Erzählungen der authentischen «Tante Hänsi», Johanna Niederberger-Bürgi, sind das Zentrum des Werkes – ihre Erinnerungen an vergangene Trauerrituale ‚übersetzt’ Mela Meierhans in ihre musikalisch-szenische Sprache.

Aus den rituellen Rosenkranzgebeten, die traditionell während des Sterbens und der Aufbahrung des Toten in variierter Abfolge und Wiederkehr gebetet wurden, hat die Komponistin eine rituelle musikalische Grundform für ihren ‚Jenseitsreigen’ entwickelt.

Fünf Bilder: Tod – Aufbahrung – Totenrasten – Grab – Gedenken werden durch fünf Naturjodel als Scharniere, Übergänge und Totenjodel miteinander in Beziehung gesetzt. Die Aura des Naturjodels wird hier nur allmählich und vorsichtig berührt durch zeitgenössische Musik – u.a. auch als Bedingung des Mitwirkens der ernsthaften, gottesfürchtigen und dennoch aufgeschlossenen Sänger vom Wiesenberg, denen «ein schöner Jodel wie ein Gebet ist, das die Seele rührt und weitet».

Aus der Begegnung zweier solch divergierender Musikstile hat Mela Meierhans – analog der Gegenüberstellung von alten und gegenwärtigen Totengebräuchen – ihren Jenseitsreigen als Klangritual komponiert: Die Spannung zwischen Zwang und Freiheit, die dem Ritual eigen ist, zwischen Heiligem und Profanen wird durch sogenannte ‚Zwangsstellen’, musikalisch in Länge und Kompositionsmaterial frei variierende Loops, erzeugt. In ihnen kommunizieren erfüllte Erinnerung (im Erzählen) und die, alten wie auch neuen, Traditionen und Ritualen immer auch innewohnenden Repressionen miteinander.

Als Bühnenraumgestalterin konnten wir die in Stans zurückgezogen lebende Bildende Künstlerin Barbara Gut gewinnen, deren plastische Arbeiten in ihrer geheimnisvollen Aura die angstfreie und zeitlose Allgegenwart des Todes vermitteln. Bei ihr ist der Tod ein Freund des Lebens und ständiger Begleiter ihrer seltsamen Mischwesen aus Mensch und Tier. Mit ihren Plastiken hat sie einen rituellen Raum für Mela Meierhans und Raphael Urweiders szenisches Klangritual geschaffen.

Text von Ute Haferburg

 

mehr Informationen

 

Werk erhältlich bei:

EigenverlagEigenverlag [ Kontakt ]

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.